Literatur

Reisen bildet, sagt der Volksmund. Doch gerade in Sachen Japan empfiehlt sich eine gründliche Vorabbeschäftigung mit dem Reiseziel.
Reiseliteratur über Japan gibt es heutzutage wie Sand am Meer. Was ist nun aus dieser Fülle zu empfehlen? Nun, die Auswahl kann nur subjektiv sein, da auch wir uns nicht jede Veröffentlichung in den privaten Bücherschrank stellen.

Japan
978-1742204147
Lonely Planet Bücher
13. Auflage
Sept. 2013
20 €
880 Seiten

Dieser Reiseführer ist die Bibel der Japanreisenden schlechthin. Wenn Sie Gleichgesinnte in Japan treffen, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass Ihr Gegenüber bei Gesprächen über das Wohin und Woher das Survival Kit aus der Tasche zieht.
Das erste Viertel des gewichtigen Reiseführers widmet sich einzig und allein Japan, seiner Geschichte und seinen Besonderheiten. Mit diesem Hintergrundwissen läßt sich so manche Klippe elegant umschiffen.
Jeder besprochene Ort - und das sind fast alle - ist mit einer Übersichts- und oft auch mit einer Detailkarte versehen. Da alle Sehenwürdigkeiten, Unterbringungs- und Einkehrmöglichkeiten hierauf nicht nur in Romaji sondern auch auf Japanisch verzeichnet sind, kann man sich sehr gut zurechtfinden.
In der aktuellen, 13. Auflage wurde speziell die Darstellung der Region Tôhoku aufgrund der Zerstörungen durch den Tsunami in 2011 überarbeitet.

Japan - The rough guide
ISBN 978-1409342830
Rough Guides
6. Auflage
Sept. 2014
21 €

Damit der Reisende mehr Platz in seinem Rucksack für andere Notwendigkeiten hat, wurden seit der 4. Auflage fast genau 200 Seiten eingespart. Mit 869 Seiten bietet die 6. Auflage des Rough Guide Japan ein ebenso umfassendes Reisekompendium wie Lonely Planet. Auch Ihre Konzeptionen ähneln einander: Nach einer Landeskunde, die beim Lonely Planet weitaus detaillierter ist, widmet sich der Reiseführer erst Tôkyô und seiner Umgebung. Anschließend folgt der Rest des Landes von Nord nach Süd. Wie bei Lonely Planet werden in jeder besprochenen Stadt Unterkünfte unterschiedlicher Güte für unterschiedliche Reisebörsen vorgestellt. Natürlich liegt der Schwerpunkt auf der Vorstellung der jeweiligen Sehenswürdigkeiten und wie man dorthin findet.
Das Kartenmaterial bei Rough Guides ist dabei präziser und zeigt z. T. Details, die bei Lonely Planet nicht zu finden sind. So wird ein Wanderweg von Kita-Kamakura durch die Wälder zum Daibutsu beschrieben, der sich im Survival Kit nicht findet. Dagegen weist der australische Führer praktisch für jeden Ort eine kleine Karte auf. Der britische Rough Guide konzentriert sich dagegen auf touristische Hauptorte.
Auch Kulinarisches kommt nicht zu kurz. Die Tipps sind aktuell und zuverlässig. Rough Guide setzt beim Leser allerdings einen größeren Wortschatz der englischen Sprache voraus als der australischen Marktführer.

Japans 99 irdische Paradiese
ISBN 978-3000195372
Rostinger Hof Verlag
2006
28,50 €

Halten Sie es lieber mit Gerhard Polt und sagen sich "Man spricht Deutsch!"? Dann ist dieses Werk aus berufenen deutschem Munde genau das richtige für Sie.
Dierk Stuckenschmidt, Gründer der DJG Bonn und langjähriger Leiter des DAAD in Tôkyô, organisiert seit Jahren Themenreisen nach Japan für Leute, die das Besondere suchen. Den Extraxt seiner zahlreichen Japanreisen und -aufenthalte hat er unter dem malerischen Titel "Japans 99 irdische Paradiese" zusammengefasst und 2006 auf den Markt gebracht. Natürlich ist diese Liste wie jede Favoritenliste rein subjektiver Natur. Und sicherlich hat jeder Japanreisende seinen Lieblingsort, den er in dieser Liste vermisst, doch Dierk Stuckenschmidt will ja den Leser auf Stellen aufmerksam machen, an denen dieser in Unkenntnis vorbeigeeilt wäre.
So wird in bislang kaum einen Japanreiseführer auf das "Musée Tomo" in Tôkyô hingewiesen, das im April 2003 eröffnete und laut dem Autor zu den besten Keramikmuseen der Welt zu zählen ist. Keramik und Töpferei zieht sich überhaupt wie ein roter Faden durch das Buch, denn zusammen mit seiner Frau Yoshie betreibt Dierk Stuckenschmidt bei Köln eine Töpferei. Und Töpferei war und ist daher auch Schwerpunkt vieler seiner Japanreisen, so auch wieder in 2008.
Das gut 470 Seiten starke Buch eignet sich somit prima für die Reisevorbereitung, als profunder Ideenspender sozusagen. Als Begleiter vor Ort empfiehlt es sich trotz seiner Skizzen weniger. Da sollte man aus Gewichtsgründen lieber die Seiten, die einen interessieren, aus dem fast durchgängig schwarz-weiß gehaltenen Buch kopieren und evtl. doch auf einen der zwei zuvor genannten Reiseführer zurückgreifen. Diese bieten zum einen meist detailliertere Karten an, vor allem aber führen Sie die Ziele auch auf Kanji und Hiragana auf, was die Suche in Japan doch oft erleichtert. Und sei es nur, um einem Japaner den Reiseführer unter die Nase halten zu können.

Länderkarte Japan
ISBN 978-3-8317-7291-9
9,95 €

Kennen Sie das auch? Da hat man die neue Wander- oder Landeskarte gerade ein Dutzend Mal auf- und zugefaltet, schon reißt sie an den Falzstellen ein. Kaum ein Kartenwerk hält mehr als einen Urlaub aus. Aus diesem Grund ist der Verlag Reise Know How seit 2003 auf Polyart als Kartenmaterial umgestiegen. Damit sind Karten bei normalem Gebrauch wasserfest und unzerreißbar. Da die Japankarte im Maßstab 1:1.200.000 erstmalig im September 2004 erschien, ist sie in den Genuss dieser Verbesserung gekommen.
Neueste Kartografie, detaillierte Darstellung des Terrains, aktuellstes Straßenbild, Gradgitter und ein ausführliches Ortsregister, zeichnen die Karte aus. Mir gefällt vor allem die Wasserfestigkeit, die sich vor Ort bereits bestens bewährt hat. Gefaltet 10x25cm und aufgefaltet 60x92cm, ist sie ein sehr nützlicher, leichter Reisebegleiter. Die 6. Auflage ist in 2015 erschienen.

Reisegast in Japan
ISBN 978-3-923975-82-2
Iwanowski Verlag
5. Auflage, 2007
17,95 €, 216 Seiten

Am Iwanowski Verlag kommt der ambitionierte Individualreisende nicht vorbei, basieren die Reiseführer doch stets auf sehr gründlich recherchiertem Material. Und im Gegensatz zu Lonelyplanet oder Rough Guides ist dies ein deutscher Verlag, der dem reiselustigen Germanen den Sprachkampf auf dem heimischen Sofa erspart.
Der Reisegast in Japan erscheint seit 2007 bereits in der 5. Auflage. Hinter dem landeskundlichen Werk, das nicht den kürzesten Weg zur billigen Herberge zum Ziel hat, sondern den Reisenden um die zahlreichen Fettnäpfchen führen möchte ohne belehrend zu wirken, stehen zwei junge Japanologinnen, die mehrere Jahre in Japan lebten: Kristina Thomas, Jahrgang 1969, arbeitete nach dem Studium der Elektrotechnik 4 Jahre in Tokyo, derweil die 2 Jahre jängere Ostasienwissenschaftlerin Barbara Haschke nach dem Studium in Kanazawa heute als freiberufliche Trainerin für interkulturelle Kommunikation tätig ist.
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